Stader Tageblatt om 27.12.2019
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Stader Tageblatt vom 07.12.2019

Wohlfühlfee hat eine Portion Liebe im Handgepäck

HARSEFELD. Wenn Wilma Matthias die Räume des Wohnprojekts der Rotenburger Werke in Harsefeld betritt, hat sie immer eine Idee für einen gemütlichen Nachmittag. Kekse backen, Fingernägel lackieren oder einfach mal zum Einkaufen gehen – bei den Menschen mit Behinderung sind Wilmas Pläne beliebt.

Vier Stunden Zeit bringt Wilma Matthias stets nach Harsefeld mit und ein Lächeln, das einladend und herzlich wirkt. Die 62-Jährige aus Dollern hat einen besonderen Zugang zu den Menschen mit geistiger Behinderung, die hier oft erst lernen müssen, eigenständig und fern ihrer Familien zu leben. Auch Wilma Matthias‘ Tochter war für dieses Wohnprojekt, mitten im Ort, an der Schulstraße angemeldet. Sie zog nie ein, weil sich ihr gesundheitlicher Zustand zuvor rasant verschlechterte. Mit 41 Jahren starb Nadine.

„Mein Leben war so auf meine Tochter fixiert, da brach für mich eine Welt zusammen“, sagt Wilma Matthias. Leicht fällt es der Mutter von drei Kindern nicht, jetzt, wenige Jahre später, darüber zu sprechen. Vor zwei Jahren begann sie mit dem Ehrenamt in Harsefeld. Der Verein Wohnprojekt Geest, kurz WoGee, zu dem sie schon vorher wegen ihrer Tochter Kontakt hatte, ließ ihr bei der Gestaltung ihrer Aufgabe freie Hand. Die Ideenfindung bleibt stets der gelernten Köchin überlassen.

Ballspiele, riesige Seifenblasen machen, das Lieblingsheft beim Zeitschriftenhändler besorgen, das sind die kleinen Dinge, für die Wilma Matthias alles im Handgepäck hat, gepaart mit einer großen Portion Liebe und Verständnis. Und damit hat sie eine besondere Rolle. Sie ist keine von den Mitarbeitern, kein Elternteil, denen es schwerfällt, ihre erwachsenen Kinder, die immer einen besonderen Unterstützungsbedarf hatten, loszulassen. Das weiß Wilma Matthias aus eigener Erfahrung. Sie ist manchmal beste Freundin, an manchen Tagen auch „blöd“. Ja, manchmal sei es schwierig, aber dann sei da wieder diese Dankbarkeit. Wilma Matthias fühlt sich hier wohl.

Wilma Matthias: „Ich kann es nur weiterempfehlen“

Heute soll es zum Einkaufen gehen. Rolf, einer der ältesten Bewohner, kommt sofort gerne mit. Nadine, die immer besonders die Zeit beim gemeinsamen Nägellackieren genießt, auch und Maximilian. Ein Rollstuhlfahrer ist immer dabei. Bestellungen von anderen Hausbewohnern werden aufgegeben, Geld geholt. Es sollen noch Adventsgestecke gekauft werden, etwas Grünes, um es allen gemütlich zu machen.

Wilma Matthias kann immer erst am Nachmittag kommen. Dann sind alle wieder zurück, von ihren Ausbildungsplätzen, Werkstätten und Jobs. Und dann hat auch die Dollernerin wieder Zeit, denn vormittags ist sie als pädagogische Mitarbeiterin in der örtlichen Grundschule im Einsatz. Sie hilft, unterstützt und lehrt sogar manchmal und arbeitet in der Kreativwerkstatt und der Hausaufgabenbetreuung.

Das Ehrenamt in Harsefeld bedeutet Wilma Matthias viel. Wenn sie als Wohlfühlfee zur Igelballmassage, zu gemeinsamen Gesellschaftsspielen oder einfach mal zum Reden vorbeikommt, nimmt sie immer die Gewissheit mit, eine sinnstiftende Tätigkeit zu haben. „Ich kann es nur weiterempfehlen, dass man sich so etwas sucht, wenn man älter wird“, sagt Wilma Matthias. Und dann schiebt sie den Rollstuhl aus der Tür und geht mit den Menschen, die ihr vertrauen, in den Ort.

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Stader Tageblatt, 26.07.2012



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Hamburger Abendblatt, 15.03.2012 
Nachrichten Region Stade

24 Menschen mit Behinderung sollen im Flecken wohnen. Verantwortliche suchen ein Grundstück

Harsefeld. In Harsefeld soll ein Wohnprojekt für Menschen mit geistiger Behinderung entstehen. Die diakonische Einrichtung "Rotenburger Werke" plant in zentraler Lage des Fleckens den Bau eines Wohnhauses für 24 Erwachsene mit Behinderung. In enger Zusammenarbeit mit dem Elternverein "Wohnprojekt Geest" (WoGee) sind erste Pläne entwickelt worden. Auch die Verwaltung steht hinter dem Projekt.

"Wir haben es hier in Harsefeld mit einem Idealfall zu tun", sagte Jutta Wendland-Park, Vorstandvorsitzende der Rotenburger Werke, bei der Präsentation des Projekts, "die Zusammenarbeit mit der Verwaltung Harsefelds und den Vertretern des Elternvereins ist wirklich gut." Gemeinsam planen die Verantwortlichen ein Wohnangebot, das Menschen mit Behinderung die Möglichkeit bietet, ein möglichst selbstbestimmtes und eigenständiges Leben zu führen. Wichtig ist dabei, dass die Menschen in der Nähe ihrer Familien leben können und gleichzeitig in die Gemeinde eingebunden sind. Zusätzlich soll es an dem Standort ambulante Betreuungsangebote geben.

Heike Papa von den Rotenburger Werken sagte: "In unserem Hauptsitz in Rotenburg/Wümme leben Menschen aus dem Landkreis Stade, die uns signalisieren, dass sie gern näher an ihren Familien und Freunden leben wollen. Der Bedarf an solch einem Wohnprojekt ist hier durchaus gegeben."

Das sehen auch die Eltern des Vereins WoGee so. Sie haben im vergangen Jahr den Kontakt zu den Rotenburger Werken hergestellt und engagieren sich seither für den Aufbau des barrierefreien Wohnprojektes mit 24-Stunden-Betreuung. Die Vorsitzende Angelika von der Brelje sagte bei der Präsentation: "Hier sollen junge Menschen nach Beendigung der Schulpflicht in kleinen, familiär strukturierten Einheiten leben. Meine jetzt zwölf Jahre alte Tochter soll sich später aussuchen können, wo sie wohnen möchte. Natürlich hätte ich sie da gern in meiner Nähe."

Ganz am Anfang stehe die Arbeit an dem Projekt nicht mehr, sagte Samtgemeindebürgermeister Rainer Schlichtmann. "Im Verwaltungsausschuss ist das Wohnprojekt bereits thematisiert worden. Wir sehen uns in der Verantwortung, an dem Projekt mitzuarbeiten und machen das auch gerne." Um das Projekt zu konkretisieren, müsse im nächsten Schritt ein Grundstück gefunden werden. "Es ist nicht so einfach, ein circa 3000 Quadratmeter großes Grundstück in zentraler Lage zu finden." Auch Michael Ospalski, Bürgermeister des Fleckens Harsefeld, sagte: "Wir haben bereits Gespräche mit Eigentümern geführt, um möglichst bald einen passenden Platz anbieten zu können."

Der zeitliche Rahmen für die Umsetzung des Wohnprojekts hängt vom Erfolg bei der Grundstückssuche ab. "Das Grundstück sollte zentral liegen und darf bebaut oder unbebaut sein. Bei unserer Suche sind wir auf die Unterstützung der Harsefelder Bevölkerung angewiesen. Haben wir einen Platz, dann hoffen wir, das Projekt schnell umsetzen zu können. Unser Wunsch ist es, die Wohnräume 2013 oder spätestens 2014 zu eröffnen", sagte Wendland-Park.(jcu)